Gründung Arbeitsgruppe Wanderreiten Wie viele andere Reiter auch bin ich seit geraumer Zeit schon etwas verwundert, was
landläufig so unter Westernreiten verstanden wird und so manches Westernturnier erinnert
mehr an eine Modenschau und man ist gut beraten sich da eine Sonnenbrille mitzubringen,
damit man sich bei den in der Sonne oder dem Scheinwerferlicht reflektierenden Silberbeschlägen
nicht die Augen verblitzt. Dementsprechend steht allerdings oft der vom jeweiligen Akteur
(Pferd wie Reiter) gezeigte Ausbildungsstand in einem krassen Gegensatz zu der ursprünglichen
Bedeutung von Reitturnieren. Die waren nämlich einmal dazu da, unter gleichen Bedingungen zu
prüfen, wie gut ein Reiter-Pferd-Paar für die Praxis gerüstet ist, denn schließlich ist
Westernreiten eine Gebrauchsreiterei. Diese Praxis sehen jedoch die meisten derer nicht,
manche trauen sich auch gar nicht ins Gelände.
So lassen wir diesen Sportreitern im Westernstil auf ihren Bio-Fitnesgeräten ihr Fable und
widmen uns dem, für das sich das Westernreiten eigentlich herausgebildet hat und dies - fand
draußen statt.
Heute bin ich wie viele Mitstreiter der festen Überzeugung, dass die Westernreitweise sich wie
keine andere ideal zum Wanderreiten eignet. W. ist für mich die Krone der Reiterei, denn Reiter
wie Pferd wissen oft nicht was sie draußen erwartet und sie müssen für alles gewappnet sein.
Für unsere Anhängerschaft geht es darum von A nach B zukommen, die Natur in größtmöglicher
Harmonie mit unserem Tier zu erleben und ohne Angst haben zu müssen, dass es ein Problem geben
könnte, das wir nicht zu lösen vermögen. Das ist angewandtes Westernreiten in Reinkultur.
Wie bereits berichtet hat der VWS in seiner letzten Mitgliedervollversammlung eine Änderung
seiner Satzung vorgenommen. Auch wenn diese noch des offiziellen amtsgerichtlichen Segens
harrt, sind bereits einige Aktivitäten im Sinne der neuen Ziele im Gange.
Von den Reiterverbänden bisher recht stiefmütterlich behandelt, begrüßen Wanderreiter, dass
es nun möglich ist auf Verbandsebene diese bisher so unterschätzte Form des Reitens in der
Breite zu entwickeln.
In logischer Folge beschlossen also gleichgesinnte Verbandsmitglieder eine eigene
Arbeitsgruppe „Wanderreiten“ zu gründen. In Absprache mit dem Vorstand wurde Andrea Seidel
vom „Hof Andrä“ in Neukirchen mit dieser Aufgabe betraut.
Nachdem der Vorstand der DQHA erfahren hat, dass sich unser Verband das Wanderreiten mit
auf die Fahne geschrieben hat, bot er uns Zusammenarbeit für Aktivitäten auf diesem Gebiet an.
Die DQHA ermöglicht uns unsere Veranstaltungen in ihrem Verbandsjournal und ihrer
Internetseite zu veröffentlichen, sowie auf ihr Regelwerk oder ihre Richter zurückgreifen zu
können. Dafür danken wir schon jetzt recht herzlich.
Bereits vor der offiziell ersten Zusammenkunft der AG haben sich einige der Mitglieder
zusammengesetzt und eine mögliche Zielsetzung für diese zu erarbeiten.
Ziele:
1. Kultivierung des Wanderreitens im Westernstil innerhalb und außerhalb des Freistaates Sachsen.
2. Einbeziehung des Tierschutzgedankens in alle Bereiche unserer Arbeit, inklusive der Darstellung, dass Pferd und Natur nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern zusammen harmonieren.
3. Publikation und Verbreitung des Wanderreitens als eine anspruchsvolle, naturnahe und tiergerechte Breitensportart.
4. Pflege des Wanderreitens als, neben dem Fußwandern, sanfteste und ökologisch verträglichste Form des Tourismus.
5. Vertretung der Reiterschaft im Ringen um ein realistisch durchsetzbares und für alle Beteiligten akzeptables Reitrecht in Sachsens Natur.
6. Veranstalten von Lehrgängen im Sinne des Wanderreitens ( Tierpsychologie, ganzheitliche Pferdebetrachtung)
7. Erschließung von Landschaft, Historie und Kultur des Freistaates vom Sattel aus.
8. Teilnahme, Unterstützung und veranstalten von Wettbewerben, die die Vorbereitung der Akteure auf die Praxis ihrer überprüfen soll ( Trail, Longtrail, Horsemanship …).
9. Kommunikation und Zusammenarbeit mit Interessengruppen und Institutionen, deren Arbeitsgebiete sich mit unseren berühren.
10. Entwicklung und Verbreitung eines Verhaltenscodex für das „outdoor – Reiten“.
Diese zehn Punkte sind ein Vorschlag und jeder der dazu Ideen hat möge sie bei unserer ersten gemeinsamen Sitzung einbringen
Text: Reinhart Kraft